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Die Ausbildung zum Feuerwehrmann in der Steiermark   (Ausbildungsdiagramm)

 

Bild2Die Feuerwehren in Österreich haben den aktiven Zivilschutz übernommen.
Unser tägliches Leben ohne Einsatzorganisationen ist unvorstellbar geworden. Die Feuerwehren als technischer Hilfeleistender dieser Einsatzorganisationen nehmen daher einen sehr bedeutenden Stellenwert ein und somit muss auch auf die Ausbildung ihrer Angehörigen ein besonderes Augenmerk gelegt werden.

Innerhalb des F euerwehrwesen kennen wir drei verschiedene Feuerwehrorganisationen:
Die Berufsfeuerwehren, die freiwilligen Feuerwehren in den Gemeinden und die Betriebsfeuerwehren (manchmal mit hauptberuflichen Mitgliedern).
Alle drei Formen haben das gleiche Ziel, uns im täglichen Leben vor Gefahren zu schützen, uns zu retten und zu bergen, sowie Gefahren, welche auf uns einwirken könnten abzuwehren. Die drei Feuerwehrorganisationen haben jedoch unterschiedliche Wirkbereiche in denen sie tätig sind, können aber bei großem Gefahrpotential bzw. Großereignissen durch die Bezirksorganisationen bzw. die Landesorganisation zusammen gezogen werden. Daher haben alle Feuerwehrmänner das gleiche Ausbildungsziel.

Bild3Die Bundesländer in Österreich organisieren Ihre Feuerwehren nach dem Landesfeuerwehrgesetz. Nach diesem Gesetz gehört die Ausbildung der Kommandanten und Feuerwehr-Mitglieder zu den Aufgaben des Landes, die dem Landesfeuerwehrverband übertragen wurde. Dieser übernimmt vom Land Steiermark die Leitung der Feuerwehr- und Zivilschutzschule in Lebring zur bestmöglichen Wahrnehmung dieser Ausbildungsagenden.

Die Landesfeuerwehrschule ist sozusagen die Fachschule für zukünftige Feuerwehrleute, an der fach- und einsatzorientiert die verschiedensten Ausbildungsstufen gelehrt werden. Der Feuerwehrmann wird sozusagen schrittweise an seine künftige Verwendung in seiner Wehr herangeführt. Die Ausbildungskurse in Lebring erstrecken sich von einem Tag bis zu einer Woche und umfassen die theoretische Schulung, wie auch die praktische Ausbildung am Gerät. Alle Kurse enden mit einem Wissens- bzw. Leistungstest. Die spezifische Ausbildung wird im Feuerwehrpass festgehalten. Feuerwehrleute können sich auch harten Leistungstests unterziehen. Werden diese Bestanden, erntet man die entsprechende Auszeichnung. Die Krönung des Ausbildungsverlaufes ist ohne Zweifel das goldene Leistungsabzeichen, welches auch gerne als „Matura des Feuerwehrmannes“ bezeichnet wird. Voraussetzung dazu ist der Feuerwehr-Kommandantenkurs, der am Ende einer langen und oft nicht immer einfachen Ausbildungskette steht.

Kann jeder ein Feuerwehrmann werden?

Die einfache Antwort lautet: Prinzipiell ja. Der Kandidat sollte vorzugsweise sechzehn Jahre alt sein und nachdem er bei einer entsprechenden Feuerwehrorganisation vorgesprochen hat, wird im Feuerwehrausschuss dieser Wehr darüber entschieden, ob der Kandidat aufgenommen wird, wenn er auch die körperlichen und geistigen Vorraussetzungen dafür erbringen kann. Eine ärztliche Einstellungsuntersuchung mit angeschlossenem Leistungstest führt eine Entscheidung herbei. Ein selektiver Herzkreislauftest unter Aufsicht eines Arztes und das vollendete achtzehnte Lebensjahr ist letztlich Ausschlaggebend, ob der Feuerwehrmann auch den schweren Atemschutz aufnehmen darf. Dazu wäre anzumerken, dass es fast keine Einsätze mehr gibt, bei dem nicht aus Sicherheitsgründen die Aufnahme der Atemschutzausrüstung angeordnet wird.

Sind die ersten Aufnahmehürden genommen, ist man einmal für ein Jahr Probefeuerwehrmann und steht unter der Beobachtung des Feuerwehrkommandos und natürlich auch von den Kameraden. Die Zeit des Übens und der „niederen“ Dienste ist gekommen. Hat man diesen Beobachtungszeitraum positiv gemeistert, wird man im Zuge einer offiziellen Veranstaltung des Feuerwehrwesens zum Feuerwehrmann angelobt.

 Die Grundausbildung wird innerhalb der Wehr sowie im Bezirk von geschulten Beauftragten in Theorie und Praxis erteilt. Der jeweilige Bezirk nimmt diese Grundschulung, welche heute in drei Ausbildungsmodule gegliedert ist, ab und diese wird im Feuerwehrpass eingetragen, weil das nämlich die Grundvoraussetzung für weitere Ausbildungsschritte darstellt. Eine Grundschulung in der Kommunikation, sprich Feuerwehrfunk, darf natürlich nicht fehlen. Auch hier wird der Grundstein in der eigenen Wehr gelegt, der zweite Ausbildungsschritt mit praktischer Anwendung und Prüfung wird dann ebenfalls durch den zuständigen Feuerwehrbezirk durchgeführt.

Die fachspezifische Ausbildung passiert in der Landesfeuerwehrschule. Die Kameraden werden dazu vom Wehrkommandanten ausgewählt und elektronisch, über das Internet an der Schule angemeldet. Typische erste Fachkurse sind: Ausbildung zum Atemschutzträger, Ausbildung zum Maschinisten und Fahrzeugmaschinisten, erweiterte Funkausbildung und Technikkurse für gezielte technische Einsätze, wobei darauf geachtet wird, welche Aufgaben die eigene Feuerwehr im Besonderen zu erfüllen hat.

Der Kommandant der Feuerwehr hat darauf zu achten, dass er ein ausgebildetes Führungs- bzw. Chargenkader um sich hat, welches im Einsatzfall die Mannschaft führt. Folglich sind Gruppenkommandantenkurse und Einsatzleiterkurse von engagierten Feuerwehrkameraden zu bestreiten.

Die Landesfeuerwehrschule bietet auf Grund der großen technischen Herausforderungen bei heutigen Einsätzen entsprechend ausgerichtete Fachkurse an. Das beginnt beim Gerätemeister und hört beim Strahlenschutzbeauftragten auf. Wiederum ist der Feuerwehrkommandant gefordert und muss die Ausbildung seiner Wehr entsprechend den Anforderungen lenken.

An dieser Stelle soll auch darauf hingewiesen werden, dass es immer mehr und mehr notwendig ist, die Kameraden nach einem Einsatz psychologisch zu betreuen. Einsätze mit Unfalltragödien und mehreren Toten, zu denen die Kameraden einrücken müssen, erfordern höchste mentale Festigkeit, gut eingespieltes Handeln im Einsatz, sowie entsprechende Erfahrung.

Zum Abschluss soll hier angemerkt werden, dass unsere hoch technisierte Alltagswelt zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Leider führt blindes Technikvertrauen oftmals zu katastrophalem Unfallgeschehen, welches die Feuerwehren und die Kollegen von anderen Einsatzorganisationen an die Grenze des Leistbaren bringt. Es ist daher nicht nur die gute, solide Ausbildung der Einsatzorganisation gefordert, welche immer den neuesten technischen Stand vermittelt, nein, wir alle sind gefordert mit Bedacht und Umsicht Unfälle zu verhindern bzw. diesen entsprechend entgegen zu wirken. Der Leitspruch muss infolgedessen heißen „Vorbeugen ist besser als Heilen“.

In diesem Sinne darf ich ein herzliches und steirisches „Glück Auf“ und ein kameradschaftliches „Gut Heil“ wünschen.


HLM t.D. Ing. Michael Burger

 

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